Man kennt das ja, da hat man ein Auftritt und es stimmt einfach alles. Die Raumakustik ist hervorragend, man ist gut drauf, die Chemie mit den anderen Musikern stimmt und überhaupt spielt man an diesem Tag wie ein junger Gott. Die Songs klingen einfach nur gut und die Improvisationen passen wie angegossen und das Publikum geht richtig ab. Und dann ist man doch enttäuscht, weil man eben diese besonderen, akustischen Momente, nicht konservieren konnte.
Nun heißt es nicht meckern, sondern handeln.
Es wird ein System benötigt, dessen primäre Anforderungen ein einfacher Transport und ein einfacher Aufbau sind!
Oftmals haben die Künstler bei ihren Auftritten ein sehr bescheidenes Platzangebot auf der sog. "Bühne". Und in Kneipen kann es sehr unlustig werden, wenn man versucht, dem Wirt z.B. einen weiteren Tisch Abzugschwatzen, um das eigene Recording Equipment aufzubauen, wo sonst zahlende Gäste Platz nehmen. Und auch die Transportfahrzeuge, können mitunter sehr voll werden, so dass auch dort eine Unterbringung von aufwendigem Equipment entfällt. Und wer hat schon Lust, nach dem Aufbau, sich noch zusätzlich mit einer aufwändigen Recording Installation, herumzuärgern? Nicht selten, wird dann auch noch ein zusätzlicher Mann gebraucht, der auch noch durchgefüttert werden will
Also rechnergestützte Aufnahmesysteme sind ohne Zweifel das Maß der Dinge und die dort aufgezeichneten Daten, lassen sich später in aller Ruhe und mit allen möglichen Finessen bearbeiten. Nötig ist hierbei, dass man alle Instrumente getrennt aufnehmen kann, denn eine Stereosumme, die über die PA (Mixer, Boxen, Effekte u.ä.), durch die Raumarchitektur (Raumklang, Publikum, usw.) und weitere Details geprägt ist, wird in einer direkt abgenommenen Stereosumme nicht mehr so klingen wie an jenem Ort und zu jeder Zeit. Hier ist einfach eine Nachbearbeitung und ein eigener Mix unumgänglich.
Aufgrund der Größe und der all in one Lösung, kommt hierbei nur ein Laptop in Frage. Und zwar ein Laptop mit Firewire Anschluss.
Es gibt zwar Audiointerfaces mit USB 1 Anschluss, doch ermöglichen diese nur mit jeweils vier Audiokanälen zu arbeiten. Dabei werden oftmal schon zwei Audiokanäle, als Stereomonitorkanal, verbraucht. USB 2 kann zwar mehr, aber es gibt wenig Audiogeräte auf dem Markt, welche diesen Standart verwenden. Daher ist Firewire die einzige wirkliche Alternative, um viele Audiospuren in Datenform zu transportieren und i.d.R. werden heutige Laptops auch mit einer solchen Schnittstelle angeboten.
Um alle Spuren, einzeln dem Rechner zuzuführen, war es früher nötig, hier einen entsprechenden Mixer zu haben, von dem man nochmals einzeln mit jeder Spur aus dem Mixer ging und diese an ein Audiointerface steckte und von dort aus in den Rechner ging. Das ist zum einen aufwendig und zum anderen auch nicht wirklich günstig, denn heutzutage gibt es schon Mixer, die ein eingebautes Audiointerface haben, welche die Daten per Firewire senden. Wenn man sich dabei die Phonic FW Modelle anschaut, dann liegen sie nicht selten auf dem gleichem preislichem Niveau, wie entsprechende Audiointerfaces, nur halt, dass man dort einen kompletten Mixer mit dabei hat.
Wer es etwas teurer haben möchte und etwas mehr Wert auf Qualität legt, kann sich z.B. die Mixer der Mackie ONYX Serie anschauen. Wobei das dann auch wirklich, erheblich teurer wird. Aber alles in allem, sollte so ein Phonic FW Mixer, locker ausreichen.
Also einen Mixer, den hat man i.d.R immer dabei. Da fällt kein weiterer Platz an und ein Laptop zzgl. der Firewirestrippe sollte nicht wirklich ein Platzproblem darstellen. Weder vom Transport, noch vom Aufbau. Man verbindet den Mixer wie gewohnt und verbindet zusätzlich den Mixer über Firewire Anschlüsse mit dem Rechner und kann damit alle Spuren einzeln aufnehmen. In meinen Augen, stellt dies eine überaus einfache und doch durchaus professionelle Aufnahmelösung dar.
Wer noch ein paar Kanäle und Platz übrig hat, kann zudem noch einige Raummikrofone aufstellen, um das Publikum aufzunehmen und an entsprechender Stelle im Mix einzufügen.
So, dies waren nun meine ersten Überlegungen. Als nächstes werde ich mir dann mal den Rechner und die Software vornehmen.
Ich suche ja schon länger nach einer guten, einfachen und preiswerten Möglichkeit, meine Band und mich aufzunehmen. Da ich selber auch unplugged Sessions spiele, bei denen nicht immer alle Instrumente komplett abgenommen werden, können in diesem Fall,
Aufgenommen: Jul 07, 01:11