Es war schon etwas merkwürdig, als mir eine nette Dame am Telefon erzählte, sie sei über unsere Bandseite auf mich aufmerksam geworden und wollte nun gerne erfahren, ob ich nicht Lust hätte mit Jörg Bombach bei der beliebten hr-Sendung, "Das große Hessenquiz", mitzumachen.
Da ich nicht selten recht merkwürdige Anrufe über unsere
Bandseite erhalte und auch schon mal für die Sendung "Wer wird Millionär?" mit Günther Jauch angeblich umworben wurde, jedoch dort von einer
Drückerfirma für die SKL, war ich etwas vorsichtig und bat mir etwas Bedenkzeit aus.
Nachdem ich mich etwas näher informiert hatte und die Seriösität betätigt bekommen hatte, sagte ich dem Angebot zu. Da wurden mir auch gleich per Telefon die ersten Fragen zu Hessen gestellt, welche ich mit viel Glück im Multiple-Choise Verfahren beantworten konnte. Somit war dann heute morgen das Videocasting beim Hessischen Rundfunk in Kassel angesagt.
Es scheint wohl auch so, dass man geziehlt nicht nur Kandidaten einladen möchte, welche sich direkt bewerben, sondern man sucht geziehlt nach speziellen Exoten im Netz, Zeitung usw. Als Musiker mit ausländischem Hintergrund, scheine ich wohl irgendwie in dieses Raster zu fallen. Also nutze ich doch gleich mal diese Gelegenheit aus.
So bin ich am Morgen relativ müde zum Hessischen Rundfunk in Kassel gegangen, wo ich erstmal erfuhr, dass dort nebenbei noch das Casting für das Gesundheitsquiz statt fand. So über den Tag verteilt erwartete man ca. 60 Personen zum Casting und beim noch ausstehenden Casting in Frankfurt hatte man gleich zwei Tage angesetzt. Damit wurde mir klar, dass meine Aussichten als Kandidat bei der Show, mehr als dürftig sein würden, was mich aber nicht davon abbrachte, mit guter Laune das Casting in Angriff zu nehmen.
Ich durfte dort erstmals meine Daten korrigieren, wobei noch die Körpergröße und Konfektionsgröße auszufüllen waren. Als Mann gestehe ich, gerade mal meine Schuhgröße zu kennen und mußte diese Felder daher weiterhin offen lassen. Bei einem weiteren Feld stand unter Anekdoten tatsächlich mein eher bescheidene Meinung zu der Bevölkerung in Kassel, die ich mit meiner großen Klappe bei dem Telefoncasting erzählt hatte.
Oha, wenn das mal nicht über den Sender geht, da darf ich bestimmt gleich aus Kassel auswandern
Anschließend wurde versucht von mir zwei Fotos mit einer Nummer zu erstellen, was sich dann doch etwas schwierig gestaltete, da ich wohl nicht so einfach scharf zu stellen war? Wohnt etwa ein Dämon in mir oder litt ich unter Vampirismus, dass kein Abbild von mir gelingen wollte? Es wurde dann versucht ohne das Vorhalten der Nummer ein Bild zu machen, was wohl eher vom Erfolg gekrönt war.
Anschließend bekam ich ein kurzes Briefing, in dem mir erzählt wurde, wie ich vor der Kamera zu agieren hätte. Also nicht direkt in die Kamera schauen, obwohl bei mir schon die Versuchung groß war in die die Kamera zu schauen und den infantilen Witz zu bringen, mit großem Gewinke zu sagen "Hallo Mammi, schau mal ich bin im "Fernsehen"

Auch lächeln ist hier angesagt um sympathisch rüberzukommen und das wo ich mein Lächeln mehr als blöd finde, aber andererseits, lache ich gerne und zeige auch gerne meine von der gesetzlichen Krankenkasse gepflegten Zähne.
Ernste Minen sind eher etwas für Sendungen wie Christiansen und Co, also keep smiling!
Bei der Beantwortung der Fragen sollten man auch nicht mit prompten A oder B sagen, dann wäre das doch etwas unspannent für den Zuschauer, sondern ruhig etwas darüber erzählen, wie man zur Lösung kommt und es evtl. ein bisschen spannend oder gar witzig verpacken. Nicht ganz so einfach, aber das wollen wir schon irgendwie hinbekommen.
Diese ganzen Tipps werden dabei in einem lockerem Gespräch verpackt um, so wie ich mal vermute, den Kandidaten, also in diesem Fall mich, etwas die Angst zu nehmen und lockerer zu machen. Ach, das wird schon passend, bin ich ja als Frontman in meiner Band, auch wenn ich oftmals viel Lampenfieber habe, Bühnenauftritte gewohnt.
Anschließend ging es dann in einen kleine Raum, wo ich brav meinen Namen aufsagte und ich immer lächelnd in dem gemeinsamen Gespräch etwas zu mir erzählte. Bei den anschließenden Fragen bekam ich auch glatt einen Hänger als ich irgendein angrenzendes Bundesland an Hessen nicht mehr mit dem Namen benennen konnte, dafür aber die korrekte Anzahl kannte.
Shame on you!
Auch die weiteren Fragen, waren nicht wirklich einfach, konnte diese aber dann doch irgendwie beantworten, bis auf eine.
Ob das wohl ausreicht?
Nun heißt es abwarten und Tee trinken um zu sehen, ob mein bescheidener Künstler- und Ausländerbonus für eine derartige Show ausreicht oder nicht
