Neulich habe ich einem
16 jährigen Gitarrenschüler seinen Verstärker erklärt. Dabei habe ich ihm die unterschiedlichen Klänge von
Clean,
Crunch,
Verzerrt und
Metal am seinem
Hughes & Kettner Amp erklärt.
Mit Clean und dem ohne ende verzerrendem Metalsound konnte er was anfangen, da dies wohl die üblichen Sounds sind, mit denen er in seiner
Punkband spielt. Crunch und der normal verzerrte Sound, waren ihm dagegen eher fremd.
Als ich ihm mit dezent verzerrtem Sound,
Highway to Hell von AC/CD vorspielte, kam ein,
„Also, das ist wie es früher geklungen hat?“
Wie, was heißt hier früher? Bin ich schon selber so alt geworden und hab es nicht gemerkt, dass ich diesen Sound klasse finde und selber noch benutze?
Ich weiß, ja, was damals absolut hard klang und unter
Hard-Rock lief, wird heute schon eher als
Blues-Rock abgetan.
Mein Gott, ich spiele nun selber in einer
Coverband und wir haben zwar viele alte Klassiker drin, aber auch neues Material und ich weiß sehr wohl, dass der Sound von AC/CD immer noch zeitgemäß ist und nicht nur Highgainsounds á la Mesa-Boogie-Rectifier & Co.
Darauf hin habe ich ihm beim nächsten Treffen, gleich einen Blick auf die
Hells freezes over DVD von den
Eagles werfen lassen, wo ich ihm zeigte, wie gut nicht bis zum abwinken verzerrte Gitarren klingen, sondern das schon
leicht angezerrte crunch Sounds und dezente Verzerrungen, wenn man es denn beherrscht, einen absolut genialen, dichten und druckvollen Klang haben.
Das was er da zu hörte, hat ihn dann so sehr beeindruckt, dass er sich sofort um einige der Lieder bemüht hat. Und mal ehrlich, jeder Gitarrist der die Eagles dort in Aktion hört, weiß wo soundtechnisch die Messlatte hängt.
Also manchmal frag ich mich, was die heutige Jugend an Liedern hört, dass sie nur cleane und bis zum abwinken verzerrte Sounds kennen?
Aber dazu werde ich mich ein anderes mal äußern...