Da schau ich mir doch neulich auf dem Sender ARTE eine Kultursendung an, wo es dann auch um eine Punkband geht. Die Jungs haben kaum Ahnung und spielen zum Teil gerade erst ein paar Monate auf ihren Instrumenten. Und ganz ehrlich, so klingt es auch.
Nun lässt der Gitarrist da aber den Spruch des Tages ab. Sinngemäß erzählt er, die guten Gitarristen, seien halt so fortgeschritten, dass sie sich nur noch um ihre Spieltechnik kümmerten, dafür aber nicht um den Sound. Sie dagegen seien so schlecht, dass sie sich weniger um die Spieltechnik kümmerten, dafür aber um ihren Sound und der sei daher bei ihnen besser.
Wie bitte? Hat der noch alle Trommelfelle beisammen?
Also egal in welchem Bereich, aber die meisten guten Instrumentalisten können selbst auf schlechtem Equipment ein Höchstmaß an guten Klängen herausholen, die ein Anfänger selbst mit dem besten und modernsten Equipment, nie hinbekommt. Weiterhin haben gute Instrumentalisten aber nicht nur gutes Equipment, sondern auch viel Ahnung von diesem und können damit umgehen.
Hier steht also Können und Wissen einem Nichts gegenüber.
Der weitere Unterschied liegt auch darin, dass in diesem Beispiel ein guter Gitarrist ohne weiteres die musikalischen und klanglichen Ansprüche der Punkband ohne weiteres erfüllen und reproduzieren kann, aber umgekehrt nicht.
Was für ein Selbstvertrauen muss man haben, damit man meint mit Powerchords und verzerrten Gitarren, besser zu klingen als echte Gitarristen? Das erinnert mich ja schon fast an die Castings von Deutschland sucht den Superstar, wo die unbegabtesten Heulbojen meinen, sie würden besser als die Stars singen. Fairerweise muss man sagen, dass Heulbojen dort auch die Juri machen.